Hautlappenplastiken und Hauttransplantate

Fakten
Auf einen Blick
Behandlungsdauer Je nach Defektgröße und gewählter Technik 30 bis 90 Minuten
Anzahl Sitzungen Meist eine Sitzung; bei zweizeitigen Verfahren wie Rundstiellappen zwei Sitzungen mit zeitlichem Abstand
Soziale Auszeit Verband und Schonung etwa 1 bis 2 Wochen, je nach Lokalisation und Lappengröße
Betäubung Lokalanästhesie, bei größeren Eingriffen ggf. Tumeszenz oder Sedierung
Wann ist eine Hautlappenplastik notwendig?
Eine Hautlappenplastik ist immer dann notwendig, wenn ein Hautdefekt zu groß ist, um durch eine einfache Naht spannungsfrei verschlossen zu werden. Typische Situationen sind die Defektrekonstruktion nach Entfernung eines Hauttumors im Gesicht, am Ohr oder an der Nase. Auch nach Verletzungen oder zur Korrektur von Narben kommen Lappenplastiken zum Einsatz.
Welche Arten von Hautlappenplastiken gibt es?
In der Dermatochirurgie werden überwiegend Nahlappen eingesetzt, die direkt aus der Umgebung des Defekts mobilisiert werden. Dazu gehören Verschiebelappen (Dehnungslappen), Rotationslappen (Drehlappen), Schwenklappen (Transpositionslappen) und Gleitlappen (Stiellappen). Welche Technik gewählt wird, hängt von Lage, Größe und Beschaffenheit des Defekts ab.
Wie unterscheidet sich eine Lappenplastik von einem Hauttransplantat?
Bei einer Lappenplastik behält das verschobene Hautareal die Verbindung zu seiner ursprünglichen Spenderregion und damit zu seinen Blutgefäßen. Ein Hauttransplantat wird dagegen vollständig von der Spenderregion gelöst und muss am neuen Ort wieder einheilen. Lappenplastiken erzielen oft das ästhetisch bessere Ergebnis, weil Hautfarbe und Hautdicke optimal passen.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Hautlappenplastik?
Die oberflächliche Wundheilung mit Fadenentfernung erfolgt in der Regel nach 7 bis 14 Tagen. Die Schwellung klingt über mehrere Wochen ab, die endgültige Narbenreifung dauert bis zu 12 Monaten. In dieser Zeit empfehlen wir konsequenten Lichtschutz und gegebenenfalls eine begleitende Narbenpflege.
Bleibt nach einer Lappenplastik eine sichtbare Narbe?
Jede Operation hinterlässt eine Narbe. Die Schnittführung einer Lappenplastik wird jedoch so geplant, dass sie in natürliche Hautlinien, Faltenverläufe oder ästhetische Übergangslinien fällt. Dadurch sind die Narben nach der Reifephase meist nur noch wenig auffällig. Bei Bedarf können Restnarben später mit Laser oder Mikroneedling weiter optimiert werden.
Werden die Kosten einer Hautlappenplastik von den Kostenträgern erstattet?
Unsere Praxis ist eine reine Privatpraxis. Hautlappenplastiken nach der Entfernung eines Hauttumors oder einer Verletzung sind medizinisch notwendige Leistungen, die von den Kostenträgern (private Krankenversicherung oder Beihilfestelle) grundsätzlich übernommen werden sollten. Wir rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab. Bei aufwendigen rekonstruktiven Eingriffen setzen wir teilweise erhöhte Steigerungssätze ein, um den tatsächlichen Aufwand und die fachliche Expertise angemessen abzubilden. Aus diesem Grund kann es vorkommen, dass der Kostenträger nicht den vollen Rechnungsbetrag, sondern nur einen Teilbetrag erstattet. Den Differenzbetrag tragen Sie als Selbstzahleranteil. Wir besprechen die voraussichtlichen Kosten und den Erstattungsrahmen vor jedem Eingriff offen mit Ihnen.